Lorettokindl und Hexenloch in Aigen

Schon einmal waren Bruni und ich im Lorettokloster und baten darum, das Lorettokindl aufgesetzt zu bekommen, heutzutage ein Geheimtipp, früher gerne vom Volk genutzt um den Segen für etwas Wichtiges im Leben zu erbitten.

Das schlichte und unscheinbare Kloster liegt in der Paris Lodron Straße, dort befinden sich drei der berühmtesten marianischen Kapellen - Maria Loretto, Altötting und Einsiedeln. Deshalb kann frau dort auch drei schwarze Madonnen bewundern.

Maria Loretto ist das einzige Kloster in Österreich, wo die Schwestern Moniales sind, Nonnen ganz im ursprünglich, strengem Sinn. Ihr Leben ist der besonderen Verehrung Mariens geweiht, sie haben strenge Klausur und legen feierliche Gelübde ab. Sie verlassen das Kloster nur in höchst seltenen Fällen (z.B. Arztbesuch). Sie arbeiten in Haus und Garten und stellen Klosterarbeiten (Lorettokinderl) her.

Durch das immerwährende Gebet der Schwestern und deren liebevoller Glaube an die wunderwirkende Christuskraft entsteht eine Atmosphäre in dem Kloster und den Kirchenräumen in der sich Sorgen und Nöte lösen. Krankheit, Lebensentscheidungen, Kinderwunsch ... können dem Lorettokindl anvertraut werden.

An Hilfesuchende werden bereitwilligst Hemdchen und Windeln, die an der kleinen, reich verzierten Christusfigur abgestreift wurden, verteilt, somit können wir sagen, es handelt sich um einen Berührungskult.

Von überall in der Welt kommen die Hilfesuchenden, um den wundertätigen Segen zu erhalten, den auch wir für kommende, familiäre Ereignisse erbaten.

Voller Vertrauen und gestärkt verließen wir das Kloster, unserer Weg führte uns weiter nach Aigen zum Hexenloch.

 

 

 

Bilder sagen mehr als Worte ...

 

Rund um den Prebersee

Mit Bruni rund um den Prebersee zu wandern, darauf freute ich mich die ganze Nacht,  kurzfristig und spontan ausgemacht, das liebe ich!

 

Schon die Anfahrt durch den Lungau ist ein Genuß, die Sonne lachte zwar nicht vom Himmel, aber es regnete auch nicht und was will frau mehr? 

Eine Runde um den See - das dauert nicht lange - der kleine, dunkle See lag beruhigend vor uns. Moorbirken, geflecktes Knabenkraut, Wollkraut, Fichten die von oben bis unten mit Flechten oder Waldrebe überzogen sind, das alles erfreute unser Herz.

 

Nach der gemütlichen Seerunde wanderten wir rauf zur Ludlalm, gemütliche Jause und dann wandten wir uns den Kräutern zu :-)

Ein riesiger Windwurf erleichterte uns die Arbeit, es war als hätten sich die Bäume vor uns hingelegt und wir waren dankbar, daß wir uns bedienen konnten, Fichte, Lärche und Zirbe gaben uns bereitwillig ihre Schätze.

Für Schwammerl und Schwarzbeeren ist es natürlich noch viel zu früh, ist doch der Schnee dort oben erst seit 3 Wochen weg.

Gemütlich wieder runter und mit dem Auto nach Mauterndorf, doch wir kamen nicht an den fleissigen Zederhausern vorbei: "Mir gaman" riefen sie uns zu, das heißt sie sammelten Blumen - vor allem Margeriten - für die Prangstangen!

 

Keine 2 Kilometer weiter nächster Stopp - St. Leonhard bei Tamsweg - eine wirklich wunderschöne Wallfahrtskirche, wer kann da schon weiterfahren?

 

St. Leonhard
Der schlafende Riese

Aber dann schafften wir es doch zu unseren Eltern nach Mauterndorf, wo wir mit selbstgebackenen Waffeln (Bruni war in der früh schon fleissig!), Eis, Früchten und Kaffee liebevoll wie immer versorgt wurden.

 

Und natürlich durften wir Mutti's neueste Kreation bewundern!

Meine Freundin Monika und ich beim Kräuterpflücken, davon möchte ich mich gar nicht trennen :-)

Die kalte Kandl in Weißpriach

Es gibt kein schlechtes Wetter....  Bruni und ich mußten uns warm anziehen, an diesem Donnerstag im Mai, als wir uns aufmachten zur "Kalten Kandl" in Weißpriach.

Diese Quelle ist ein bisschen in Vergessenheit geraten, früher wurde das Wasser sogar zum Schnapsbrennen verwendet, auch heute noch kommen Leute aus dem ganzen Lungau um sich dieses köstliche Wasser zu holen! Es kommt "kleckkoit" dahergesprudelt, es friert nie ein und fließt Sommer wie Winter gleich.

Bei leichtem Schneefall füllten wir unsere Flaschen voll und machten uns auf zum Seekreuz.

Früher ging der Weg durch den Lungau nicht über den Tauern, sondern durch das Weißpriachtal, am oberen (heute Oberhüttensee) und den unteren See bei Seekreuz. Diesen unteren See gibt es nicht mehr, er ist ausgetrocknet.

"Die Benennung der Kapelle "zum Seekreuz" rührt daher, weil der Sage nach vor Zeiten hier ein See gestanden, was der Lage nach (die Kapelle erhebt sich auf einer Bodenerhöhung, davor ein tiefer liegendes Talbecken sich ausbreitet) nicht unwahrscheinlich ist. Am Gestade dieses Sees sollen die ersten Glaubensboten, welche durch dieses Tal in den Lungau gezogen kamen, ein Kreuz aufgepflanzt haben. (Michael Dengg, Lungauer Volkssagen S 158).

Der Gell Hans vom Veitler in Fanningberg erzählte Bruni, daß früher öfters eine Prozession von Mariapfarr aus zum Seekreuz in Weisspriach ging, um dort für gutes Wetter zu bitten. Einer oder mehrere von seiner Familie mußten immer mitgehen. 

Und obwohl wir keiner Menschenseele begegneten, brannten bei der als wundertätig genannten Gottesmutter vom Seekreuz  Kerzen (leider auch die künstlichen). 

Der Wind blies uns so scharf und kalt entgegen, aber wir waren fest entschlossen, dem Wetter zu trotzen, denn nur zu dieser Jahreszeit ist das Weißpriachtal so jungfräulich und gehörte so ganz uns :-) und auch hier schreibt Michael Dengg im Lungauer Volkssagen auf Seite 159:

"Es geht die Sage, daß der Weißpriacher Wind unter den Nordwinden des Lungaus einer der kältesten sei..." 

Das Weißpriachtal ist wunderschön zu jeder Jahreszeit. Gerade beginnt alles aufzublühen und zu wachsen.

Wir wanderten an dicken Schweinen vorbei, die hätten sich wohl auch lieber in der Sonne gesuhlt.

 

 

 

Trotz der Kälte gab es genug zu sammeln: 

  • zarte Birkenblättchen
  • flauschige Lärchennadeln
  • Himmelschlüsserl
  • Stiefmütterchen
  • Brennesselspitzen und -wurzeln
  • duftende Tannenknospen

aber das Wetter erlaubte uns kein hinsetzen, der Wind trieb uns aus dem Tal wieder hinaus und dazu gibt es auch eine traurige Geschichte:

 

Die Lungauer Sennerinnen gingen früher gerne zum Filzmoser Kindl wallfahrten und die von drüben gingen nach Mariapfarr zur Gnadenmutter oder zum heiligen Leonhard nach Tamsweg.

Zwei ganz junge Sennerinnen von Weißpriach gingen einmal im Sommer über den Oberhüttensattel nach Filzmos und kauften sich beim Heimgehen noch Äpfel.

Die Leute warnten, sie sollten heute nicht mehr über den Berg gehen, es komme ein Unwetter.

Sie gingen trotzdem und kamen beim Oberhüttensattel in einen furchtbaren Schneesturm und erfroren. 

Als sie gefunden wurden, hatten sie "Eistränen" in den Augen.

 

Da waren wir viel besser dran, Mutti wartete schon mit einer warmen Suppe auf uns :-)))

 

 

Die Taugl

Wiedereinmal machten Bruni und ich uns auf die Suche nach einem Sagenort. 

In Bad Vigaun an der Autobahnbrücke begann unsere Wanderung die uns flussaufwärts, die Taugl entlang, führte.

Ein wunderschöner Frühlingswald, verwunschen wie im Märchen, entzückte uns und wir entdeckten bald dies und bald das, es war einfach kein weiterkommen, soviel gab es zu entdecken und keine Menschenseele außer uns zwei :-))

 

Nach 2h erreichten wir die Römerbrücke zu der Bruni folgende Sage im Gepäck hatte:

 

 

Die  Teufelsbrücke in der Taugl

Wo der Tauglbach zwischen Vigaun und Kuchl ins Salzachtal tritt, hat er eine tiefe, wild- schäumende Klamm ausgewaschen. Diese wird von einer uralten Steinbrücke überspannt; sie heißt im Volksmund die „Römerbrücke“. Lange Zeit schlug jeder Mensche, der darüber schritt, ein Kreuz, denn man sagte, dass der leibhaftige Satan bei der Errichtung des Bauwerkes seine Hand im Spiel gehabt hätte. 

Dies wäre so zugegangen: Vor langen Jahren lebte in der Taugl eine Müllerin, welche einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Dieser verpflichtete sich, über den Tauglbach eine Brücke zu schlagen, die Müllerin aber musste versprechen, dem Satan ihr Kind zu opfern, das sie unter dem Herzen trug, falls die Brücke vor der Geburt des Kindes fertig sein sollte. Als nun das Kind das Licht der Welt erblickte, war der kühne Bau vollendet, nur ein einziger Stein wäre noch einzufügen gewesen. Damit hatte der Teufel aber das Spiel verloren und musste mit langer Nase abziehen. Um aber doch nicht ganz ohne Lohn die Höllenfahrt anzutreten, rief er zornschnaubend: „Da mir das Kind entgangen ist, soll das erste mir gehören, was über die Brücke geht!“ Das hörte die Müllerin, und, schlau wie sie war, jagte sie ihren großen Hauskater darüber. Den packte der Teufel und fuhr mit ihm in jene Klamm, in deren Tiefe die Taugl tosend ihren Lauf nimmt. Der letzte Stein in der Brücke fehlt aber noch immer.

 Josef Brettenthaler „Das Salzburger Sagenbuch“

 

Die Römerbrücke
Der Teufelsstein mit Fußabdruck

An der Römerbrücke trafen wir auf nette Großeltern, die ihren Enkelsöhnen gerade erklärten, wie sie als Kinder von der Brücke sprangen, als Mutprobe sozusagen!

("Das hat aber Mutti nicht gewußt, oder?", auf diese Frage von mir, gab es nur Gelächter...)

Weiter ging unsere Wanderung auf der anderen Seite der Taugl, wo die "Ritter" wohnen. Professor Wolf, höchster Ritter eines uns unbekannten Ordens, wohnt hier in seiner "Ritterburg",  desser Keller ein kleines Ammonitenmuseum beherbergt. Er erkärte uns, dass dieses Gebiet einmal ein Meer war und deshalb so große Schätze hervorbringt.

Bruni wollte sofort zurück zur Taugl und unbedingt auch einmal eine - wenigstens kleine - Meereschnecke finden, aber es war uns nicht vergönnt.

 

Unsere eigentliche Suche aber galt "Cuculle, die Heidenstadt im Faistelauer Wald", wo erzählt wird, daß der Teufel die Leute erschreckte.

Wen wir auch fragten, Faistelauer Wald, das sagte doch niemanden mehr etwas, uns scheint, das Wissen ist bereits verloren gegangen.

 

Bruni und ich achten ja auch immer besonders darauf, was uns die Orte zeigen, es ist jedesmal etwas aussergewöhnliches dabei, wie diesmal diese prächtige Schlange, sie zeigte keinerlei Scheu oder Eile, im Gegenteil, sie liess sich bereitwilligst fotografieren.

Wir sahen das als glückliches Omen an und beschlossen diesen herrlichen Frühlingstag, fernab von jedem Stress!

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Frau Vera hilft weiter!


Liebe Frau Vera    Ihr Artikel über Frau Mizi Humtidumm hat mir Mut gemacht Ihnen zu schreiben. Ich lese Woche für Woche Ihre Zeitschrift "Miesmutz" und staune  über die Mö