Dezember launisch und lind, der Winter ein Kind...

Die stillste Zeit im Jahr - hahaha - aber für den Garten trifft es wohl zu, es gibt wirklich nicht viel zu tun, außer die Vögel und Eichhörnchen zu beobachten, wie sich sich ihre Leckerlis schmecken lassen. 

Viel Rauhreif und ein wenig Schnee der jetzt zum Jahreswechsel bereits wieder weg ist, aber was solls - der Garten ist zu jeder Jahreszeit wundervoll und eine Oase der Ruhe und Kraft.

Die Rauhnächte vergehen so schnell wie auch das ganze Jahr verronnen ist, dann sehe ich mir die Bilder vom Sommer an und freue mich wieder auf die neue Gartensaison ... wann wird die erste Blume blühen, wer wird die Badesaison eröffnen, wann wird das erste Gewitter sein ... lassen wir uns überraschen :-)) 

 

 

 

Zum Jahreswechsel


Das neue Jahr wird laut begrüßt
indem man Feuerwerk verschießt,
worauf das alte rasch verzagt;
ein neues seinen Anfang wagt.
Ich wünsche, dass es gut gelingt,
Gesundheit, Glück und Freude bringt.

C.M. Beisswenger

 

Viel Regen im November, viel Wind im Dezember.

Der November begann wie im Bilderbuch, kalt und etwas Schnee, voll gemütlich.

Doch dann brach der Fön herein und es wurde warm und wärmer, das Wetter schöner und schöner. 

Zuerst dachte ich mir für heuer ist es aus mit der Gartenarbeit, okay, wenn alles unter dem Schnee verschwindet, kein Problem. 

So konnte ich doch noch alles fertig machen und umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe. Bei den Granitsteinen entdeckte ich eine kleine Fichte, sie hat sich ihren Platz selbst ausgesucht und ich brachte es nicht übers Herz sie auszugraben, soll sie halt noch ein paar Jahre dort wachsen :-)

Neben der Gartenarbeit läßt es sich vortrefflich destillieren, Hamamelis- und Hollunderrinde, Mistel natürlich zum Vollmond geschnitten, Zistrose und Rosmarin, das Wetter spielte mit und ich freue mich über die herrlichen Hydrolate, die nun über den Winter reifen dürfen.

Goethe, eine Duftrose, hört einfach nicht auf zu blühen, unermüdlich erfreut er mich mit seinen blutroten, großen Blüten, er ist mein absoluter Liebling.

Es ist einfach so faszinierend zu sehen, wie sich die Pflanzen schon für den Frühling in Stellung bringen. Die Schneerosen und Leberblümchen haben bereits dicke Knospen, die Schneeglöckchen spitzen heraus und das Milzkraut fängt an seine Würzelchen auszustrecken.

Den Kakteen auf der Fensterbank in der Sonne taugt es so sehr, dass einige schon wieder Blüten angesetzt haben ... nun beginnt die ruhige Zeit für meine Pflanzen und ich denke / plane bereits für das nächste Gartenjahr. Einige Geräte müssen ausgetauscht werden und natürlich habe ich auch schon wieder (kleine) Pflanzenwünsche ... aber jetzt kommt eh bald das Christkind :-))

 

 

 

 

Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
Drängt die Welt nach innen.
Ohne Not geht niemand aus,
Alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund,
Stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund
Träumen Mensch und Erde.

(Christian Morgenstern)

 

Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell'.

Na ja, wir werden sehen, das Laub fällt und fällt immer noch, kaum hat frau weggekehrt, liegen schon wieder die schönsten Blätter am Boden.

Das Gartenjahr neigt sich wirklich dem Ende zu. Die letzten Dahlien blühen noch, auch die Rosen, besonders "Goethe" bemühen sich um uns noch ein wenig zu erfreuen. Der Boden ist schwer und feucht, ganze Pilzkolonien sind erschienen, das hatten wir noch nie. Ja es gibt immer Profiteure, dieses Jahr die Pilze,  wie kleine Dörfer, sehr lustig anzusehen.

Wettermäßig war der Oktober sagen wir mal "durchwachsen", Bruni hatte im Lungau bereits Schnee im Garten, deshalb ist sie die Schneekönigin und ich die Regentrude :-))))

Kein Grund traurig zu werden, die kerzenhelle Zeit wird von den Halloween-Kindern eingeläutet, auf die freue ich mich jedes Jahr, und wenn ich dann höre, ja das ist ja bei uns nicht heimisch, dann sage ich immer, wir waren auch einmal jung und unsere Kinder waren auch einmal klein und ein wenig Süssigkeiten herzuschenken ist wirklich keine Kunst, oder?

Im Garten Feuer heizen, warme Tee genießen, sich bedanken für das Gartenjahr und natürlich auch bei unseren Ahnen, so begrüße ich den November.

 

 

Herbstschmerz

 

Staun ich an jedem stillen Verfärben,
 jedem Wachsen und Sterben,
 wenn auch mit müdem Blick versehen,
 der sich mit lautem Windeswehen
 durch bange Stunden ziehen muss,
 weil das, was lebt, sich auch verändern muss.

(© Monika Minder)

 

Ist September warm und klar, hoffen wir auf ein fruchtbar Jahr.

Oh ja, mein Flehen wurde erhört und der Altweibersommer brachte einen schönen Tag nach dem anderen, 4 Wochen lang, so wie ich es mir gewünscht hatte :-)) 

... es war einfach wunderbar. Die Menschen wurden "weicher und besonnener", die Natur belohnte uns mit einem Farbrausch und alles war gut.

Ganz leicht fiel es mir nicht, den Garten auf den Winter vorzubereiten, ich begann langsam die verblühten Teile abzuschneiden, die bereits aufgegangenen Pflänzchen an schöne Plätze zu versetzen, Manfred vergrub sicher an die 150 Blumenzwiebeln und die Seerosen zogen sich von selbst zurück. Mit den ersten Kastanien habe ich die Schalen gefüllt für die Herbstdekoration, das macht natürlich bei schönem Wetter viel mehr Spaß.

Ich verbrachte jede freie Stunde im Garten, Freunde, Familie und Haushalt, alle mußten sich hinten anstellen, denn der Garten hatte Vorrang, ich wollte das Wetter ausnützen, auch der Erntesegen wollte verarbeitet werden und so wurde mir auch im September nicht fad ;-)

Von mir aus könnte jetzt der "Indian Summer" beginnen, es gibt doch nichts schöneres als im bunten Herbstwald herzum zu streifen, oder?

(ui, schon wieder so ein Wunsch, wir werden sehen...)

 

 

 

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

(Eduard Mörike)

 

Hundstage im August heiß - Winter lange weiß.

Das Wort des Gartenjahres 2016 ist wohl "waschelnass" oder?

Ich muß mich bemühen um nicht zu jammern über dieses nasse Augustwetter, aber heute (23.8.16) hat es umgeschlagen und es ist wohl einer dieser ersten Frühherbsttage, klar, die Berge so nah und wunderschön - besser könnte der "Altweibersommer" nicht beginnen, von mir aus könnte es jetzt 4 Wochen lang so bleiben.

Das erste Apfelkompott, die Brombeeren, Feigen, Hollerbeeren, eine letzte Kräuterernte für Sirup - für die Gärtnerin gibt es immer etwas zu tun.

Die Blumen geben alles, jeden Sonnenstrahl genießend - doch zieht schon eine leichte Ahnung vom beginnenden Ende des Sommers (der ja garnicht wirklich da war) herauf, denn wenn die ersten Hagebutten rot werden, dann zieht der Herbst ins Land, für mich eine der schönsten Jahreszeiten.

Ich schöpfe aus dem Vollen: Schwammerl, Früchte, Gemüse, Kräuter ... das Kochen ist reine Freude und jeder hat etwas zu geben, ich liebe diese Zeit!

 

 

 

"Still ruht die weite Welt,

Schlummer füllt des Mondes Horn,

das der Herr in Händen hält,

nur vom Berge rauscht der Born.

Zu der Ernte Hut bestellt

wallen Engel durch das Korn."

(Martin Greif)

 

Soll gedeihen Obst und Wein, muss der Juli trocken sein.

Ui, war der Juni schon schwierig, so ist der Juli - sagen wir so: "nicht einfach", oder?

Aber das Unwetter am 13. hat es schon in sich gehabt, der Garten war verwüstet, soviel abgebrochen und kaputt, wir versuchten retten, was zu retten war, aber ehrlich, ein bischen deprimiert war ich schon, das Ganze erinnerte mich schon fatal an den Herbst: wegschneiden und Blätter zusammenrechen - viel zu früh für meinen Geschmack und ich lechzte nach Sonne zum auftrocknen.

... doch ich sollte mich täuschen, es wurde nicht besser :-(( in den Töpfen wuchsen die Pilze.

... und so versuchte ich wiedereinmal das Beste herauszuholen und freute mich in den Regenpausen an den schönen Blüten der Rosen, Nachtkerzen, Malven ... ich machte Kräuterkracherl und Kräuterwein, denn es gibt immer etwas zu tun!

Aber witzig, die Natur, völlig unbeeindruckt ob des Wetters, zieht ihr Programm durch, die Pflanzen blühen - vielleicht nicht so lange wie bei Schönwetterperioden, aber sie blühen.

 

 

 

 

Das Glück ist das Einzige, 

was sich verdoppelt,

wenn man es teilt.

(Albert Schweitzer) ♥♥♥

 

Mensch und Juniwind ändern sich geschwind,

... diese Bauernregel könnte frau wohl astrologisch auslegen, denn die Zwillinge legen gerne ein wenig "launisches" Verhalten an den Tag, sie meinen es nicht böse, denn in ihrer unentwickelten Form, reden und plappern sie oft recht oberflächlich dahin ;-)

Der Juni wird wohl in diesem Jahr nicht der schlechteste Monat gewesen sein, wir haben ja heuer ein Schaltjahr, die alten Leute sagen dann: "Das wird nichts mehr!", aber machen wir doch das Beste daraus. 

Jede Regenpause will genutzt sein und so werden die Kräuter und Beeren verarbeitet und destiliert. Sicher es waren voriges Jahr mehr Beeren, Äpfel oder Zwetschken gibt es heuer keine, die sind dem Frost zum Opfer gefallen, aber die Natur ist eben jedes Jahr anders und es gibt immer einen "kleinen" Gewinner, denn die Pflanzen die es gerne feucht haben, wachsen prächtig :-)

 

 

Wenn der hohe Lenz vergangen, naht des Sommers satte Pracht.

Volle rote Rosen prangen und Ihr Duft durchwürzt die Nacht.

An der Rebe schwillt die Beere und die reife Kirsche fällt.

Herrlich wandert jetzt die here Sonne ob der reichen Welt.

(A. Bartels) ♥♥♥

 

Die erste Liebe und der Mai, gehen selten ohne Frost vorbei...

... wie wahr, oder? 

Der "Wonnemonat" Mai beschenkt uns mit Blütenfülle und Vitalität reich und führt uns vor Augen wie sich ohne unser Zutun das Leben auf das Schönste entfaltet.

Die kalten Tage sind vergessen - waren sie wirklich?

Der Garten macht soviel Freude, der Teich ist gereinigt und auch der Rasen hinter dem Haus beginnt zart zu sprießen, die Rosen fangen zu blühen an - ja es ist eine Freude. Kein Wunder daß der Mai in Gedichten und Liedern so besungen wird.

Kräutersalz und Blütenzucker, Sirup und Wipferlhonig, Blütenessig und Hydrolate, die ersten Grillfeste finden statt und auch die Badesaison ist eröffnet.

 

 

 

Unser Leben ist ein Garten, 

in dem unsere Gedanken die Blumen sind.

(Indianische Weisheit) ♥♥♥

 

Bläst der April mit beiden Backen, ist genug zum jäten und hacken :-)

Ui, der April gab uns in jeder Hinsicht reichlich zu tun!

... aber ich liebe dieses Aprilwetter, wenn dicke Flocken vom Himmel tanzen und in der nächsten Stunde die Sonne durch die Wolken blitzt und das schönste Frühlingsblau die Welt erstrahlen läßt.

Die unbändige Widderkraft flutet den Garten, es sprießt und erblüht, frau kommt mit dem Schauen und jäten fast nicht mehr nach. Auch das erste Gewitter mit heftigem Hagel ist überstanden, Gottseidank blühen die Apfelbäume noch nicht.

Die Destille war im Dauereinsatz und die herrlichsten Hydrolate (vor allem von den Bäumen), sind entstanden und dürfen jetzt reifen, ich nenne sie mein "Waldparfüm".

Die Waldmeisterbowle und eine Räucherung machen zu Walpurgis mächtig Stimmung, wenn auch noch dicke Decken benötigt werden.

So heiße ich den Mai mit einer Frühlingsräucherung willkommen und bitte um viel, viel Sonnenschein und Herzenswärme für die kommende Zeit.

 

 

Es ist doch im April fürwahr

Der Frühling weder halb noch gar;

Komm, Rosenbringer, süßer Mai,

Komm du herbei,

So weiß ich, was der Frühling sei.

(Eduard Mörike) ♥♥♥

 

St. Gertraud in der Sonne - der Garten eine Wonne :-))

... ja über den März kann ich nur sehr wenig berichten, jedenfalls begann er mit Schneefall :-(  ich hatte sehr viel zu tun und so blieb der Garten sich selbst überlassen, das hat er genossen und wie!

Das Wetter könnte frau nicht gerade bezaubernd beschreiben, aber was soll's, es ist wie jedes Jahr, die Natur lässt sich nicht aufhalten und die Pflanzen beginnen zu sprießen. 

... und am 17. März war ein wunderbarer, schöner, klarer Tag, es gibt also keinen Grund sich zu beklagen.

In die Destille kamen die Orangenschalen, das ist ein Hydrolat geworden, tagelang roch das Destillchen nach Orangen ... auf diesen Likör freue ich mich heute schon, die Orangen liegen seit Jänner in bestem Cognac und werden dann mit dem Hydrolat vermischt, aber gut Ding braucht Weile ...

 

 

Unkraut ist die Opposition der Natur

gegen die Regierung der Gärtner.

(Oskar Kokoschka) ♥♥♥

Wenns zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit - wenn die Wiesen aber apern, wirds mit Korn und Weizen hapern!

 

... na ja, bis jetzt hat der Winter seine Krallen nicht gezeigt, es will einfach keine Kälte aufkommen und die Frühlingsblüher legen los :-))

Bei Bruni im Lungau liegt noch Schnee und ich fange bereits an, im Garten das Laub wegzukehren und die ersten Kräuter (Bärlauch, Scharbock, Gänseblümchen, Brennessel, Schafgarbe) zu ernten. 

Die Leberblümchen beginnen zu blühen und die Regenwürmer schauen auch schon frech heraus :-)

In die Destille kommt der Huflattich von Maria Plain, destilliert mit dem Wasser von der Quelle, denn das milde Wetter lädt gerade zu ein, im Garten zu destillieren.

 

  

 

Der kürzeste Weg zur Gesundheit

ist der Weg in den Garten

♥♥♥

 

Ist der Jänner hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß

... diese alte Bauernregel triftt für den Jänner 2016 sicher nicht zu, leider, so sehr haben wir auf den Schnee gewartet!

Der ersehnte, wenige Schnee war uns nur einige Tage vergönnt und die Natur läßt sich nicht aufhalten, die Vogerl zwitschern als ob es bereits März ist und ich habe den abgebrochenen Rosmarin (Dachlawine) im Garten destilliert, es war herrlich warm in der Mittagssonne und ich konnte den Garten richtig genießen :-)

Die Weihnachtsdeko ist in ihr Winterquartier gezogen, bald geht die Gartensaison los und ich kann wieder in der Erde graben, zusehen wie die Natur ihr zauberhaftes Frühlingskleid anzieht und die ersten Kräutlein ernten.

Wie das Jahr wird kann frau natürlich nicht voraussagen, über den Jahresanfang jedenfalls freue ich mich!

 

 

 

Das lehrt uns jeder Garten:

Arbeit, Freude und auch Warten.

 ♥ ♥ ♥ 

 

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Frau Vera hilft weiter!


Liebe Frau Vera    Ihr Artikel über Frau Mizi Humtidumm hat mir Mut gemacht Ihnen zu schreiben. Ich lese Woche für Woche Ihre Zeitschrift "Miesmutz" und staune  über die Mö